Teamarbeit im Mob – Mobbing (Ensemble Arbeit)

Der folgende Beitrag leitet sich vom Workshop mit Joe Justice ab, in dem dieser erklärt wie in Elon Musks Unternehmen Crossfunktionale Teams zusammenarbeiten.

Definition Mobbing

Mobbing beschreibt Teamarbeit, Ensemblearbeit in Crossfunktionalen Teams. In diesen Teams gibt es hierbei bestimmte Rollen. Die Rollen sind: Driver, Navigator, Mobmitglied. die ideale Mitgliederzahl in einem Mob wird hierbei mit 5 beschrieben. dies soll dazu beitragen, dass bei denen, die nicht gerade, wie der Driver, direkt am Produkt arbeiten, Keine Langeweile aufkommt. Die Aufgabe des Drivers ist es, am Produkt selbst zu arbeiten. Der Naviator gibt Anweisungen entsprechend dem Kenntnisstand des Drivers. Das bedeutet, dass diese sehr detaillierte Schritt-f√ľr-Schritt-Anweisungen sein k√∂nnen oder lediglich allgemein gehaltene Anweisungen. Zu den Aufgaben der Mobmitglieder kann es auch geh√∂ren, den Driver anzufeuern, aufzumuntern oder in seinem:ihren Tun zu best√§tigen. Alle 3 bis 7 Minuten wird gewechselt. Alle Mobmitglieder m√ľssen zu jedem Zeitpunkt wissen, was getan wird und jederzeit √ľbernehmen k√∂nnen.
Mobbing f√∂rdert Crossfunktionale Teams. Durch das permanente Tauschen und Wechseln der Rollen (Driver, Navigator, etc.) werden Skills weitergegeben und erlernt. Auch dann, wenn ein Mitglied keine Erfahrung mit der Aufgabenstellung hat, √ľbernimmt es die Verantwortung des Drivers und Navigators und kann hierdurch mit Zeit und √úbung neue F√§higkeiten und Fertigkeiten erlernen. In einem solchen Fall werden die Arbeitsanleitungen vom Navigator sehr detailliert gegeben und alle anderen Mobmitglieder schauen, wie sie den Driver bestm√∂gich anfeuern und unterst√ľtzen k√∂nnen. So soll das Wissen, Lernen und die notwendigen Skills m√∂glichst breit gestreut werden. Motivation und Enthusiasmus werden durch den Lernerfolg und die Gewissheit dar√ľber etwas geschafft zu haben, auch wenn man es zuvor noch nicht konnte, gesteigert.
In Mobs gibt es keine Hierarchien, höheren Gehälter, mehr Prestige oder Titel. Täglich werden die Rollen wieder gewechselt und auch neue Mobmitglieder können hinzukommen, sofern der Mob auf Suche ist. So beginnt die Agilität bereits mit jedem Start eines neuen Arbeitstages, denn jede:r Mitarbeitende kann frei wählen, wo sie arbeiten wollen. Man schaut, wo Positionen vakant sind und schließt sich dem Mob an. Dies ist täglich möglich, sogar mehrfach täglich. Auch steht es Mitarbeitenden frei, sich mit völlig anderen Aufgaben zu beschäftigen, solange sie ihre Pflichtaufgaben nicht vernachlässigen. Einzige Erwartung ist es, dass man motiviert und enthusiastisch ist und andere Mitarbeitende nicht in ihrer Arbeit behindert, sie verlangsamt oder sie durch mangelnden Drive demotiviert.
Die Postition des ‚ÄěManagers‚Äú ist lediglich mit Verantwortlichkeit verbunden. F√ľr diese k√∂nnen sich jeden Tag alle Mitarbeitenden melden. Diese Position gibt es aus dem Grund, dass es aus rechtlichen Gr√ľnden f√ľr bestimmte Situationen und Abl√§ufe Reportings bedarf, z. B. im Falle eines Gerichtsverfahrens. Durch das Fehlen von Hierarchien soll das Gemeinschaftsgef√ľhl gest√§rkt und der Fokus ausschlie√ülich auf das Produkt gelegt werden.
Entscheidungen in den Mobs, wie z. B. √ľber die Effizienz, werden durch K√ľnstliche Intelligenz getroffen. Diese sind hervorragend im Beschreiben von Situationen und Sachverhalten. Alle Programme hierzu sind in Musk Unternehmen dabei hausintern. So werden Meetings verhindert und langen Entscheidungsprozessen entgegengewirkt. Das erlaubt mehr Zeit und den Hauptfokus auf das Produkt zu lenken. Der Mob soll bei seiner Kernaufgabe nicht ‚Äěgest√∂rt‚Äú werden.
Die Teams in den Mobs arbeiten, bis sie die festgelegten Ziele der Definition of Done erreicht haben. Sie tun dies immer und immer wieder, egal ob ihr Produkt nur ein Mal benötigt wird oder mehrfach. Dies geschieht, weil Musk der Überzeugung ist, dass man durch die Umsetzung, das Produzieren, das Herstellen selbst immer mehr lernen kann als durch das bloße erreichen einer einzigen akzeptablen Lösung.
Diese Idee wird beim Mobbing noch weitergef√ľhrt. Um sicher zu gehen, dass kein Team in seiner Innovationskraft gehemmt wird, gibt es eine No-Wait-Policy in den Musk Unternehmen. Das bedeutet, dass alle Mobs zu jeder Zeit Ver√§nderungen und Verbesserungen vornehmen k√∂nnen, d√ľrfen und auch sollen. Damit dies Teile oder Produkte weiter f√ľr alle nachfolgenden Mobs und das Endprodukt nutzbar und verwertbar sind, ist jeder Mob, der eine Ver√§nderung vornimmt, dazu angehalten, auch einen Adapter mit herzustellen. So k√∂nnen alle Mobs in ihrem eigenen Tempo arbeiten und erst nach und nach eine Adaption zum Ver√§nderten Produkt eines anderen Mobs vornehmen.
Mobbing kann f√ľr fast alle Aufgaben, die in einer Organisation anfallen genutzt werden. Z. B. k√∂nnen Mobs auch gemeinschaftlich eine E-Mail schreiben, Coden, Schwei√üen oder Testen. Die Methode √§hnelt dem Pairing, bei dem sich zwei Personen zum gemeinschaftlichen Arbeiten zusammenschlie√üen, um so gegenseitig von den St√§rken zu profitieren und ein sofortiges Feedback zu haben.
Diese Art der Arbeit zeigt auch deutlich den Unterschied zweischen Gruppen und Teams. In Gruppen werden meist lediglich Informationen ausgetauscht, also Transparenz geschaffen, so dass die einzelnen Mitglieder √ľberhaupt in der Lage sind, ihre Aufgaben sinnvoll erf√ľllen zu k√∂nnen. Dies verhindert auch Bottlenecks. Bei Teams (also auch Mobs) ist es jedoch so, dass Synergieeffekte freigesetzt werden sollen. Daf√ľr finden Teams ein gemeinsames Ziel, welches sie verfolgen. Sie finden Strukturen und Wege, die sicherstellen, dass jeder Input optimal genutzt werden kann und der gemeinschaftliche Outcome mehr ist als die Summe der Beitr√§ge der Mitglieder.
(Ines E. Schorsch)
Das Bild zeigt Teamarbeit im Mob, Mobbing. Mehrere Menschen stehen um einen Flipchart und schreiben gemeinschaftlich an einer fiktiven E-Mail. Alle wirken sehr konzentriert.
Das Bild zeigt Teamarbeit im Mob, Mobbing. Mehrere Menschen stehen um einen Flipchart und schreiben gemeinschaftlich an einer fiktiven E-Mail. Alle wirken sehr konzentriert.
Das Ergebnis der Teamarbeit (Mobbing) wird von einem Mobmitglied vorgestellt. Der Mann hält ein Mikrofon in der Hand und deuetet mit der linken Hand auf das Flipchart.
Das Bild zeigt Teamarbeit im Mob, Mobbing. Mehrere Menschen stehen um einen Flipchart und schreiben gemeinschaftlich an einer fiktiven E-Mail. Alle wirken sehr konzentriert.